Briefe an die Welt – Arachnophobie


ARACHNOPHOBIE
Wörter die es nicht geben sollte: KRIEG, HUNGER, KINDERSTERBLICHKEIT, ARMUT, BIENENSTICH, ARACHNAPHOBIE, UMWELTVERSCHMUTZUNG, ANGST, TODESSTRAFE, DIKTATUR, TERROR, VERBRECHEN, RASSISMUS, DISKRIMINIERUNG, … ARACHNOPHOBIE

Die reale Angst vor der unrealen Bedrohung. Um es vorwegzunehmen, ich möchte kein Referat über die Spinnenphobie schreiben sondern ein Veto für die Spinnen einlegen und was sie für uns Menschen bedeuten. Ich persönlich bin überzeugt davon, dass wir ohne Spinnen nicht existieren können. Aber kommen wir erst mal zur Phobie, woher sie stammt und was die kleinen Tierchen dazu beigetragen haben. Woher diese „übermächtigen“ Ängste vor Spinnen kommen, ist nicht so recht bekannt. Auch gehen diesen Ängsten keinerlei realen Bedrohungen voraus. Neueste Forschungen wollen nachgewiesen haben, dass die Wahrnehmung der Phobiker anders funktioniert als bei Nichtphobikern, zumindest im Bezug auf Spinnen. Die Phobiker nehmen die Größe der Spinne anders wahr, größer als sie in Wirklichkeit ist. Auch bleibt bei ihnen das Bild der Spinne, wie eingebrannt, wesentlich länger im Gehirn haften als andere Bild. Die Angst ist nicht übertrieben, sie hat einen Hintergrund. Das gleiche gilt natürlich auch bei Nichtphobikern die sich „nur“ vor den Achtbeinern ekeln. Auch dieser Ekel besitzt einen Ursprung, er wurde anerzogen. Kleinkinder haben ein ganz normales Verhältnis zu den Spinnen. Sie betrachten sie interessiert und spielen sogar mit ihnen. Sollte dabei ein Tier verletzt werden, dann beruht das nicht auf Ängste oder Ekel sondern nur auf die Unbeholfenheit des Kindes. Der Ekel stellt sich erst ein, wenn ein Erwachsener dem Kind beibringt, dass das Tier ekelhaft ist, möglicherweise erschreckt aufschreit und das Kind ängstlich wegzieht oder, zu allem Überfluss, das Tier tottritt. Warum sollten wir Spinnen lieben? Aus zwei extrem wichtigen Punkten. Der erste Grund ist, dass Spinnen uns zeigen wo etwas nicht in Ordnung ist. Wo etwas mit der Umwelt nicht stimmt. Sie sind ein Barometer der Biologie. Stimmt etwas nicht, glänzen sie durch Abwesenheit. Der zweite ist, dass sie für das ökologische Gleichgewicht sorgen. Spinnen fressen Insekten und sorgen so dafür, dass sie sich nicht endlos vermehren. Weltweit fressen die Spinnen täglich 40 Tonnen Insekten. Das bedeutet, dass die Spinnen seit dem Tag meiner Geburt insgesamt 840.000 Tonnen Insekten vertilgt haben. Das gibt uns dreierlei zu denken: 1. Alleine mit dem Wissen, wie leicht Insekten sind, kann nachvollzogen werden, welche unvorstellbare Masse an Tieren diese 840.000 Tonnen sind. 2. Wir haben mit den 840.000 Tonnen jetzt nur die Population aufgezählt die gefressen wurde. Wenn wir berechnen, wieviel Nachkommen jedes Insektenpärchen zeugt, wird uns bewusst, was die Spinnen für uns bedeuten. Ein Beispiel sind Mücken, die eine beliebte Nahrungsquelle für Spinnen bedeuten. Ein Weibchen legt zwischen 200 bis 300 Eier aus denen die Nachkommen schlüpfen. Nach der Eiablage, in jeder Art von Gewässer, entwickeln sich aus den Eiern in ein bis drei Tagen die Larven. Diese Nachkommen sind innerhalb von 14 Tagen voll ausgewachsen und schlüpfen. Das dauert 20 Minuten. Sie sind nach dem Schlüpf-Vorgang voll zeugungsfähig. Wären diese 840.000 Tonnen in den letzten 57 Jahren, so alt bin ich heute, nicht von den Spinnen gefressen worden, hätten wir heute, alleine durch die Nachkommen der Insekten andere Probleme als ab und zu einen Mückenstich. 3. Wie gerade beschrieben, ich bin erst 57 Jahre alt. Was wäre, wenn es die Spinnen schon in grauer Vorzeit gar nicht mehr gegeben hätte? Oder nur seit 1000 Jahren, statt der berechneten 57. In Wahrheit gibt es die Spinnen schon seit über 400 Millionen Jahren. 400.000.000 Jahre x 365 Tage x 40 Tonnen + exponentielle Population der Nachkommen Danke Natur für diese Spinnen Und der Mensch überlege, ob es nicht besser ist, eine Spinne die sich in der Wohnung verirrt hat, unbeschadet wieder der Natur zu übergeben als sie zu töten.

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